Ehrung und Verabschiedung aus dem Vorstand von Heinrich Hörner

Vorstand Albrecht Hack hält die Festrede bei der Ehrung und Verabschiedung aus dem Vorstand von Heinrich Hörner.

 

Die Entwicklung von Eisenbahn, Auto und Flugzeug hat das Leben grundlegend verändert. Die räumliche Nähe von Wohnen, Arbeit und Handel hat sich weitgehend aufgelöst. Die Wirtschaft, sowohl bezogen auf Güter als auch auf Kapital wurde und wird immer globaler. Heute stößt die Mobilität jedoch allmählich an ihre Grenzen: Stichworte sind Dauerstau, Luftverschmutzung oder endliche Energieressourcen. Elektrische Antriebe ersetzen nach und nach den Verbrennungsmotor. Gleichzeitig vollzieht sich mit der Digitalisierung die nächste technische Revolution. Vernetzung von allem, ständige Erreichbarkeit, Smartphones, Online-Shopping haben das Potenzial, Alltag und Wirtschaft erneut umfassend zu verändern.

Wenn man zurückblickt auf das Jahr 1975 und bis heute die weltweiten und regionalen Veränderungen betrachtet, dann spiegeln sich die eben genannten Worte regelrecht wieder. Und wie es immer so ist, treten junge Menschen auf den Plan. So auch Heinrich , der mit seinen 27 Jahren den Weg als ehrenamtliches Vorstandsmitglied bei der Raiffeisenbank am Schwanberg eG fand. Es war sein Ehrgeiz und  Zielstrebigkeit die ihn dazu bewegten, den von den Urvätern überlassenen Genossenschaftsgedanken weiter aufrecht zu erhalten.

Es kam mir beim Verfassen meiner Rede buchstäblich in den Sinn, an wie vielen Stellen mein eigenes Lebens mit der Tätigkeit der Raiffeisenbank zu tun hat und wie stark das Leben unserer großen Raiffeisenfamilie, mit diesem Geiste von Raiffeisen verflochten ist. Sogar in den persönlichen Alltag hinein lässt einen dieser Gedanke von der Bank nicht los.

So vielleicht auch bei unserem Heinrich. Als Sohn des landwirtschaftlichen Betriebes Hörner, mit der örtlichen „Raiffeisenbank Kleinlangheim“  verflochten über das noch funktionierende  Warengeschäft im Jahre 1975, eine gute Kombination und Grundlage für ein Ehrenamt, wage ich zu behaupten. Und nicht zuletzt der Gedanke von Raiffeisen „Einer für alle, alle für Einen.

Es ist gut, dass es Menschen gibt, die sich diesen Aufgaben stellen, gegenüber neuen Dingen aufgeschlossen sind, und sich nicht verweigern Verantwortung für eine gute Sache zu übernehmen. Wer fast 40 Jahre seines ehramtlichen Wirkens als Vorstandsmitglied  am Schwanberg und in Obernbreit gewidmet hat und als Ratgeber tätig war, hat an einer Stelle gewirkt, an der es  nahe liegt, nach Leitlinien wirtschaftlichen Handelns zu fragen und die Zukunftsbedeutung gegenwärtigen Tuns immer wieder auf den Prüfstand zu stellen.

Nachdenklichkeit und Tatkraft miteinander zu verbinden, im Streben nach Eigenständigkeit seiner Raiffeisenbank und die Solidarität nicht zu vergessen, beim Ausschöpfen der vorhandenen Gegebenheiten und die Zukunft im Blick zu behalten, so ist mir Heinrich  in den nun gemeinsamen 38 Jahren persönlich begegnet. Es verdient Dank und Anerkennung für diesen Dienst der Mitverantwortung. Aber auch an seine Frau Erna, die Ihm dabei den Rücken gestärkt hat. 40 Jahre Durchhaltevermögen das zeigt, wie überzeugt man hinter seiner Tätigkeit als ehramtliches Vorstandsmitglied stand.

Um diese Tatkraft von Heinrich  zu untermauern liegt es nahe, wenn man

  • an den Bankstellenneubau in Kleinlangheim 1979
  • den Farbanstrich im Innenraum des Bankgebäudes Kleinlangheim 1988,
  • die Unterstützung des Stiftungsgedanken Raiffeisen am Schwanberg 1999,
  • Fusionsbegleitung zur Raiffeisenbank Kitzinger Land 2003,
  • Heinrichs Ruhebank im Schalterraum Obernbreit 2013
  • Neues Steinpflaster vor der Raiffeisenbank Kleinlangheim 2013
  • Musikalische Umrahmung bei festlichen Anlässen

zurückdenkt.  Hier hat er für seine Raiffeisenbank vieles durch reifliche Überlegungen im Vorstandsgremium mit einbringen können. Seine Gedanken haben immer Gehör gefunden, seine eigene Meinung wurde geschätzt und geachtet. Nicht umsonst hatte Heinrich schlaflose Nächte wenn es um  Entscheidungen ging. Das zeichnet einen echten Raiffeisenmann halt aus, der seine persönlichen Interessen in den Hintergrund stellt um für seine Bank da zu sein. „ Wörtlich gesagt: Mach, wenn er überzeugt davon war!“

Um den Kreis zu schließen, selbst bei seinen landwirtschaftlichen Berufskollegen genießt Heinrich ein  hohes Ansehen, dass dies auch für seine Bank von Vorteil war

„Vertrauensbasis, Empfehlungen, Einschätzungen von Situation ergibt sich von alleine“.

Es ist heute nicht ein Abschied für immer, sondern Heinrich  wird uns als Stiftungsrat erhalten bleiben. Und nicht zuletzt als Nudelfabrikant mit seiner Frau Erna.

Der amtierende Vorstand und Aufsichtsrat, und seine ehemaligen Kollegen sagen Danke für 40 Jahre Begegnung mit einem aufrichtigen und geselligen Menschen. Wir schätzen dich sehr und haben dich in unser Herz geschlossen.  Gerne habe ich die Aufgabe übernommen, Dir zu Ehren diese Festrede zu halten. Lieber Heinrich, liebe Erna, meine herzlichsten Segenswünsche für Euren gemeinsamen Lebensabend mögen Euch begleiten.

Das Bild zeigt von links nach rechts: Vorstandsvorsitzender Karl Meeder, Vorstand Albrecht Hack, Vorstand Heinrich Hörner, Erna Hörner, Vorstand Reinhold Weber, Regionaldirektor Franken vom GVB Roland Streng, Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Dazian (Bild: Angelika Hack)